Pokolj

Das serbische Volk, dessen Institutionen und die akademische Gemeinschaft und die Gesellschaft im Allgemeinen haben sich bisher nicht terminologisch zum vom Unabhängigen Staat Kroatien gegen die orthodox-christlichen Serben begangenen Völkermord festgelegt.

Während der Völkermord an den Juden unter dem Namen Holocaust (oder Shoa) und der Völkermord an den Roma schon Jahrzehnte lang als Porajmos bekannt ist, hat der Völkermord am serbischen Volk bisher keine feste und exklusive terminologische Verfestigung erfahren.

Durch diese Tatsache motiviert und mit dem Wunsch, die Wichtigkeit dieser Frage hervorzuheben, beschloss die Generalversammlung der Personenvereinigung Jadovno 1941 aus Banja Luka, dem im Zweiten Weltkrieg vom Unabhängigen Staat Kroatien begangenen Völkermord an den orthodox-christlichen Serben folgende Bezeichnung zu verleihen:

Pokolj
(phonetisch: /pokoʎ/, zu Deutsch das Gemetzel)

Diesbezüglich wurde entschieden, dass diese Bezeichnung in allen schriftlichen, mündlichen und anderen Formen der öffentlichen Kommunikation genutzt und damit auch gefördert wird.

Es wurde entschieden, diesen Begriff folgendermaßen zu definieren:

Pokolj wird das vom Unabhängigen Staat Kroatien auf dessen ganzem Territorium im Zweiten Weltkrieg begangene systematische, staatlich organisierte Verbrechen des Völkermordes an den orthodox-christlichen Serben bezeichnet.

Vom Pokolj waren mehr als eine Million Serben betroffen, die vor 1941 auf den Territorien lebten, die zu einem Teil des Unabhängigen Staats Kroatien werden sollten.

Durch Gesetze, die vom Poglavnik (kroatisches Äquivalent für „Führer“), den Ministerien und vom Hauptquartier der Ustascha erlassen wurden, waren alle Organe der Exekutive und Judikative im Unabhängigen Staat Kroatien in den Pokolj einbezogen.

Der Pokolj, also der Völkermord an den christlich-orthodoxen Serben, umfasste auch den wirtschaftlichen Terror und die Konfiskation von Privateigentum, die Einschränkung der Bewegungsfreiheit und die Gettoisierung, das Organisieren von Ermordungen an Einzelpersonen und Gruppen, aber auch Massenermordungen, Deportation in Konzentrationslager, Zwangskonvertierungen in den katholischen Glauben und die Vertreibung auf das Gebiet Serbiens, das unter deutscher Besatzung stand.

In Banja Luka, den 24. Juni 2018

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